Erna macht sich Jedanken üba verrückte Lehra

Jut, det ick Se treffe! Wissen Se, wat ick gloobe? Et jibt een unjeschriebenet Jesetz, wo drinne steht, det die Zujangsvoraussetzung füa Jrundschullehra, also um Lehra anna Jrundschule übahaupr ßu wern, dette da mindestens Vollpsüchepaat sein musst. Echt wahr. Bei Gümmi reicht Halbpsüchepaat, aba det is ne andere Baustelle.

Ick wollte heute meen Enkel vonne Schule abholn. Soll ja vorkomm. Da fängt mia ne Lehrerin von ihn ab und sülzt mia voll von irjendwelche Hausschuhe. Jing hier rin, da raus, jibt Wichtjeret in Lehm, wa? Ealichkeit, und det ma sich morjens noch inn Spiejel ankieken kann zun Beispiel.

Bei die Jelejenheit fiel mir aba ein, det mir letztens ne Mutter vonn andan Kind aßeelt hat, det jenau diese Leererin, und ick schreip det jetze absichtlich mit zwee ee, meen Kleen ne halbe Stunde voa da janzen Klasse rund jetackat hat, statt den wat beißubringn. Irjendwat mit mea Ornung und so Zeuch. Die hat den Jören ja ooch ma ne Stunde eakläat, wie man ne Tafel wüscht… Wie jesacht, siehe ohm bei Zujangsvoraussetzungen. Und bei “et jibt Wichtjeret in Lehm”.

Jehnfalls sprech ick se druff an, wat det sollte. Wo der Kleene schon ma sonne Psüchepaatenleererin hatte und seitdem ne echte Leerafobie.

Da sacht die doch glatt, et wäa Freitachnachmittag, sie hätte FEIAAHMD (klaa, die ahm Leera sin ja kronüsch übaabeitet, weeß man ja, und wenn ick ßeit habe, denn ween ick n bisschen) und det se mit mia da jetze nich drüba sprechen will. Schon jaa nich uffn Jang vor die Leute.

Da bin ick aba kiebich jeworn, det kenn die an dea Schule schon, ick wer imma kiebich, wenn eena meene Küken unjerecht behandelt und mia denn noch dämlej kommt,wa. Hab jesacht, ach nee, meen Kleen’ vor de janze Klasse anbrülln, aba hier keene ßeugn ham wolln, wa?

Ick weeß nich, ob die übahaupt bejriffen hat, wat ick ia saren wollte. Aba wat macht die? Baut sich vor meen Enkel uff, und eaßeelt den Wort füa Wort, wat wir beede uns jrade untahalten ham. Die hat mit den jeredet, wie mitn Schwachsinnjen.

“Und da hat die Oma jesacht, und denn hab ick jesacht…”

Bloß nicht so berlinert hat se, det kannse vamutlich nich ma. Der Kleene hat sie anjekiekt als würde ea ihre Schraube schon fallen sehn, die ja janz offensichtlej sea locka sitzen tut.

Und denn fing se wieda von ian Feiaahmt an, und det se det Jespräch ja hier nu nich füan müsse. Doch, sach ick, weil ICK det füan will. Naja, denn hat se, obwohl se ja in ian Feiaahmt wollte, wieda angefangn den Kleen ßu eakläan, wer jrade wat jesacht hat…

Ick kenne andere, die sind wenja irre und sitzen trotzdem inne Klapse.

ßun Schluss hat se MIA n schön Feiaahmt jewünscht, aber da haick jeasacht, tut mia leid, ICK hab keen Feiaahmt, ick tu wat füa meen Jeld!

Und denn binnick in Buchlahn jejangn und hab mia det Lehrahassabuch jekooft.


(c) Petra A. Bauer, 10/2007
Dieser Text darf nicht ohne die ausdrückliche Genehmigung der Autorin anderweitig veröffentlicht werden. Dies gilt auch für alle anderen Texte der Internetseiten, die zum Webangebot von Petra A. Bauer gehören. Benutzen Sie bitte das Kontaktformular für die Anfrage. Ich teile Ihnen dann auch gerne meine Honorarvorstellungen mit.

  • Montag, 24. Juli 2017 | AUTORIN | BLOGGING
    Blogparade: Meine Schreibzimmer - Wo schreibe ich?
    Toni Scott von little-edition.de hat mich nochmal an die Schreibzimmerblogparade von Ricarda Howes schreibsuechtig.de erinnert, die ich beinahe vergessen hätte. Und nachdem Toni offenbar auch schon diverse Schreibplätze hatte, will ich euch mal von meinen erzählen:
  • Mittwoch, 22. März 2017 | KUNST
    Über Stilfragen und den (Un)Sinn von Perfektion
    Gestern hat Johanna Fritz auf Instagram gefragt, ob wir schon einen eigenen Zeichenstil haben. Diese Frage hatte ich mir auch schon gestellt:
  • Montag, 20. März 2017 | KUNST | MOLESKINE
    Warum ich kein Huhn sein möchte und Wissenswertes über Midoris.
    Ich wollt' ich wär' ein Huhn, ich hätt' nicht viel zu tun, ich legte jeden Tag ein Ei und nachmittags wär ich frei ... Die Vorstellung, den ganzen Tag nichts anderes tun zu KÖNNEN, macht mich schon beim Zuhören wuschig.
  • Sonntag, 19. März 2017 | KUNST
    Sonntags-Kreativ-Wumms
    Ich wollte schon lange wieder mehr zeichnen. Und weil ich so aus der Übung bin, habe ich die Muße heute genutzt und losgelegt. Z.B. habe ich einfach Zeug gezeichnet, das bei uns rumsteht.
  • Montag, 16. Mai 2016 | AUFREGER | LEBEN | CARTOONS
    Der Tod auf Latschen
    ... war es nicht, den ich neulich traf, sondern der auf Rädern. Ich gebe zu, es war eine 30-Zone, aber das Auto vor mir fuhr nur knapp 20 km/h. Mitten auf beiden Fahrbahnen. An einer Einmündung überholte ich und bekam einen Schreck: Ein uraltes Männlein mit eingefallenem Gesicht (null Unterhautfettgewebe mehr), saß zittrig am Steuer. Neben ihm irgendjemand, der deutlich fahrtüchtiger aussah. Das inspirierte mich zu diesem Cartoon: