Erna weeß nich, ob se Deutschland is

Jut det ick Se treffe! Ham Se ooch diese Kampannje mitjekricht? "Du bist Deutschland!" heeßt se, und ick weeß ealich jesacht nich, wat ick davon nu halten soll. Plötzlich solln wia alle unser eijenet Land sein.

Von Jüntha Jauch bis zu die Klofrau anne Ecke. Und denn komm so Sprüche wie:

“Behandel dein Land wie einen juten Freund. Frach ihn nich, watta füa dich tun kann - frach, wat du für ihm tun kanns!”

Ja, watten noch? Ick tu und mache, schubba mia ehrenamtlich füa alle möglijen Sachen ab, hab unsam Land Kinda jeschenkt, und wat ham wa davon? Haatz via füa meen Karl.

Ick gloobe sowieso, det viele janich merken, wat wia für unsa Land schon tun. Keen jeld inne Kassen füa de Schulrenovierung? De Eltern komm un malern, damit et die Kleen beim Lern schön bunt ham. Keen Jeld fürt Schulklopapia? De Eltern spenden von dem wat se nich ham. Könntick noch stundenlang weiterfaseln von.

“Dein Wille is wie Feua untan Hintan. Er lässt dein Lieblingsstürma schnella laufen und Schumi schnella fahn.” Och son Spruch vonne Kampannje.

Na, ob Schumi det nötich hat, schnella ßu faahn? Hat ja jenucht Millionen, die a inne Schweiz schleppt, weil da wohnta ja. Kann dea denn noch ruijen Jewissens saren “Ick bin Deutschland!”?

Und all die andan Prommis, die een deutschen Pass ham, aba hia keene Steuan zahln, weil se doch nich so jut befreundet sin mit unsan Land, wa? Villa an Genfa See is ja ooch viel schöna als in Hellasdorf inne Platte. Oder in L.A. lehm und nua alle via Wochen füa ne Show hiaheajetten, ooch nich übel dea Jedanke.

Nee, is vlei jut jemeint, dit allet, aba wenn sich da Leute hinstelln und saren: “Klasse, prima, det ma ÜRJEDWAT jemacht wird. Ick wollt ja imma schon ÜRJENDWAT machen”, denn dürf die Frare doch erlaubt sein, WAT da nu eijentlich jemacht wern soll.

Sin de Vorstände vonne jroßen Konzerne eijentlich ooch Deutschland, oda sin die so mea Asien, weil man da ja so schön billich prodezian kann? Wat is mit die Samsungs und die Benze, die deutsche Fördajelda kassiat ham und nu halb Deutschland anne Luft setzen?

Un wieso läuft uff die Homepage vonne Kampannje eijentlich die Janze Zeit die Titelmelledie von “Forrest Gamp” in Hintajrund? Solln wa jetzt ooch aus keen besonderen Jrund loofen und loofen um Deutschland ürjendwo wiedaßufinn? In Sie, in mia, inne Klofrau oda in Vorstandsvoasitzenden von Maßedis Benz?

Also, ick weeß nich.
Aba jut, det wa drüba jeredet ham!



(c) Petra A. Bauer, 09/2005
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Erna kiekt Marathon

Jut, det ick Se treffe! Jestan wa ja wieda Berlin-Marathon, ham Se ooch ßujekiekt?.

Ick hab mia bei det schöne Wettachen echt ma den Spaß jemacht und hab mir det Iwent, wie et ja neudeutsch heeßt, ma rinjezojen. Meen Karl, der wolle nich mit, obwohl den det ooch ma jut täte, also det Loofen, nich det Kieken. Denn könnta ma seine Biawanne abtreenian, könnta da.

Muss ja ooch nich glei Marathon sein, denn kippta mia doot um, aba so eenma ne Runde durchn Schillapaak wär ja man nicht übel. Die machta jetze ßwa ooch, aba ea latscht, dette ihn de Schuhe dabei besohln kannz, und denn setzta sich zun Abschluss imma inne Kneipe. Ick schweife ab.

Jehnfallz haick ma inne U-Bahn jesetzt - mittn Auto konntzte ja nich hinfaan - und bin anne Friedrichstraße wieda rausjekrabbelt. Musste denn nochn Stücke loofen, aba ick dachte mia, det wer ick schon schaffn, wo die andan alle üba 42 Kilometa loofen.

Und wie die jeloofen sin! Manche sin mea so jekraucht, andre jehumpelt. Und denn saren imma alle, det Sport so jesund is. Da sahen einije jaa nich mea jesund aus, wie se so mit stieren Blick, halb in Delirjum an mir vorbeijekeucht sin.

Aba ick will ealich sein: Et waren ja nich alle so fertich. Ick wa ja ers da, als die Läufa kam, die schon üba via Stundn untawechs waan. Waan aba ooch welche bei, die so richtich Spaß hatten. Un die Zuschaua ooch, die ham die anjefeuat, Wahnsinn. Ick hatte ja den Eindruck, die ham det jemacht, weil se sons ßuhause imma stille sein müssen. Naja, ick hab ooch ma jerufen: “Weita, Alta, du schaffst dit!” Wa schon nich übel. Dollet Jefühl.

Neechstet Ma nehm ick meen Karl mit un de Nachbaan ausn Haus, denn machen wa Katzenmusik, damit die Maratonnis janz schnell weitaloofen müssen um det Jejaule nich ßu höan. Det hilft ßumindest die, die nicht mitn Eipott ihre Oan ßustöppsln.

Ja, dit machen wa un SIE machen ooch mit, klaro?!



(c) Petra A. Bauer, 09/2005
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Erna fillesofiat

Jut, det ick Se treffe! Jing ma ja nicht jut de letzten beedn Tare, det sachick Sie. Ja, is reineweck janüscht passiat, worüba ick hätte quatschen könn, und ohne Quatschen fühlick ma einfach nicht wohl, wa.

Kanzla ham wa imma noch keen. Stündlej wartick uff den Staatschuss für de Neuwahln, aba is wohl noch ßu früh. Muss wohl east n Mindaheitenkanzla jeweehlt wern, der glei bei die easte wichtje Abstümmung keene Meaheit kricht, bis de Politika sich durchringen tun, die janze Schoose zu wiedaholn. Aba ob da wat andret rauskommt?
Jeschichte wiedaholt sich, kennt ma ja.

Ooch im Amerika, wa, da wiedaholt sich wat. Da heeßt de neue Bedrohung nich Angela sondan Rita. Eijentlich binick ja emanßipiat, wa, wea is det heut nich, aba die janzen Frauen die son Wind machen, schein ja ürjendiwe mächtich neben da Spua ßu liejen. Füa de Volkswürtschaft sind se alle nich jut, wa. Ma sehn, ob de Rita jenausoviel Schaden anrichtn tut, wie de Katrina neulich. Hoffick ja nich, die aamen Leute tun ma echt leid wa. Wenn die Wirbelweibas toben, denn weckst keen Jrashalm mea.

Ja, wat sollick saren. Wenn det Vakuum inne Hirne nich bald nachlässt, kann wirbeln wer will, denn jeht Deutschland vlei donnoch den Bach runta, wa?

Ick weeß nich, wat SIE machen tun, aba ick jeh jetze int Bette. Vlei sin wa ja morjen schon weita, wa?



(c) Petra A. Bauer, 09/2005
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Erna kiekt ausn Fensta

Jut, det ick Se treffe! Komm Se ma rin, könn Se rauskieken! Aba schön hinta de Jadine, muss ja keena sehn, det wa kieken wat da unten los is! Sehn Se det? De Wahl hat nüscht jeändat annet Vahalten vonne Deutschen. Schon ja nich bei die Deutschen Autofaara.

Alle wolln se Recht ham, alle wolln Kanzla sein, und keena rückt ooch nua een Drollimeta nach rechts oda links. Voa allem die nich, die det Hindanis uff ihre Seite ham, aba det kennt ma ja.

Kiekense ma, dea olle Schlümpmann von jejenüba, dem die Kneipe jehöat, dea rennt o glei mit seine dicke Wanne uffde Straße, kieken, wo a sich wieda einmüschen kann. Dabei würdick dem ooch ma jerne paa Faastundn zum Uffrischen nahelejen, denn der kommt mit sein poplijet Auto nich ma aus de eijene Einfaaht raus. Dauand belesticht ea Leute, die solln det Auto von jejenüba die Einfaaht wegstelln, bloß weil dea nich rechßeitich sein Lenkrad einschlajen tut. Oda einfach ma andasrum rausfeehrt, wie det alle andan ooch müssen.

Un imma, wenn dea sieht, det uffde Straße wat los is, kiekta wie Napoleon, ob ürjendwea seine übaflüssje Meinung höan will. Na, wenna sonst nüscht zu tun hat. Vamutlich is der zu Hause ooch Kanzla. Oda seine Olle lässt ihn in den Jlauben, datta wat ßu saren hätte. 

Denn die eijentliche Macht in Volke, ma janz unta uns Betschwestan, die ham ja sowieso wir Frauen aus det kleene Volk. Ohne uns läuft nüscht, ooch nicht dea Vakea!

So, un nu nehm Se ma de Neese weck, ick mach det Fensta wieda ßu!



(c) Petra A. Bauer, 09/2005
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Erna ammesiert sich üba die Qual der Wahl

Jut, det ick Se treffe! Waan Se jestan ooch wehln? Nee? Na, ick bitte Ihnen, det is doch de erste Bürjaflicht, is det! Nee, nee, denn ham Se aba jetze keen Recht sich uffzurejen, wenn de Falschen am Rejiern sin! Aba wea det nu is, det weeß ja ooch ürjendwie keena.

Wat haick jelacht jestan Ahmt! Wie se an Anfang vonne Taresschau erst jezeicht ham, wie de Merkel meente, nu würd unta ihre Führung n Kabinett gebildet und gleich danach ham se Schröda gezeicht, dea meente, det EA derjenije welche weere.

Und die Elefantenrunde wa ja ooch so amüsant wie noch nie. Bloß det da keene Elefanten saßen, höchstens welche im Porzellanlaahn, sondan andre Tiere: Arro Schröder (jut, Arro is keen Tia; vlei solltick Kamel saren, weil die ja ooch imma so hochmütich kieken), Dogge Fischa, Donald Wester (de “Welle” hat ihm Schröda ja jeklaut), Kasperle Stoiba (na jut, och keen Tia) und Bullterria Merkel. ßu Bisky fällt ma leida nüscht ein, der eignet sich nich für de Karikatur.

Äußalichkeiten? Ja, kla, wat meen Se, wonach der kleene Wähla jeht? Entweda se wehln alle tradißionell, wie hia in Wedding, dea ja nich umsonst dea “Rote Wedding” heeßt. Oda se wehln det kleenere Übel.

Gloom Se in echt, alle Wehla hätten voahea de Pateiprojramme studiat? Wovon träum´ Se denn nachts? Viele ham bloß Rot-Grün jewählt, weil se det Driem-Tiem Merkel / Stoiba mea so fürn Alptraumtiem halten. Ob vonne Optik oda vonne Inhalte is fast ejal.

Dea Deutsche an sich wehlt ja mea so ausn Bauch raus. Oda damit ma n bissken Faabe in de schwaazen Wahlkreise kommt, wie meene Freundin Doris dit in Reinickendorf jemacht hat. Wo in übrijen in zich Wahlkreise wejen “abstrusa Ajebnisse”, wie se in Radio jesacht ham, ewich jezeehlt wurde. Un in Pankoh isn Koffa mit Wehlastümm perdü jejang. Hat man da Töne?

Schade, det Se nicht wehln waan. Is ja so ziemlich de einzije Möchlichkeit, wo wia wat zu saren ham. Und wenn wa ooch bloß saren, det wa nochma wehln wollen, weil et so schön wa,

meint Erna Pachulke


(c) Petra A. Bauer, 09/2005
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Erna denkt üba Kindajaaten-Polletick nach

Jut, det ick Se treffe! Ick hab jestan mit meene Freundin telefoniat. De Doris wohnt ja janz fein an Stadtrand in Reinickendorf. Voanehm jeht de Welt zujrunde, sachick imma. Hat zwa ooch bloß ne Bruchbude da, de Doris, aba da isset jrüna als hia inn Wedding. Und drei Kinda hat se ooch. Det Jüngste kommt neechsten Somma inne Schule. Und meene Freundin is bedient.

Die janze Zeit hat se sich det Jeld füan Kindajaten vom Mund abjespaat, weil se üba son komischen Satz drübaliecht, wo se wenja hätte zahlen müssen. Reicht bei die vielen Jören trotzdem hinten und vorne nich, ia Olla vadient ja ooch keene Joldbarren. Aba se wollte, det die Jören soßiale Kontakte ham, wie Doris det imma so voanehm nennt.

Und nu hat se jestan in Radio jehört, det ab ßweetausendsiehm dat letzte Kindajatenja vor de Schule umsons is. Also nich vajebens, sondan kostenlos. Füa alle Kinda in Berlin!

Könn Se mia ma varaten, wo da jetze det Jeld herkommen soll? Haick also heute ma n Taresspiejel jekauft. Ick wohn ßwa inn Wedding, aba so blöde, det ick imma nua BILD lese bin ick denn ja nu ooch wieda nich. Da stand denn wat von „Einsparungen an andra Stelle inn Landeshaushalt“. Vamutlich spaan se denn noch mea Lehra ein.

Aba da muss et echt zujehn wie ßu Ostern, wenn ick lese:
„Die Haushälta von SPD und Linkspatei (Ick wusste janich, det die inne Politik ooch jeda ian eijenen Haushälta ham, und denn noch Menna, da würd dit doch allet ja nich sauba!), also die Haushälta suchen seit Monaten nach die benötichten ßehn Millionen Euro pro Ja“.

Ick sachs ja: Menna. Denn räum die eeen-maaa uff, und schon wissen se nich mea, wo se die vadammten ßehn Millionen hinjekramt ham. Is doch echt keen Wunda, wenn det mit den Staatshaushalt ooch allet nich funkßioniat! Sieht bestümmt aus wie bei Hempels.

Nojo. Aba wenn nu die janzen Jören nüscht mea berappen müssen, in det letzte Ja voa da Schule, denn melden die janzen Eltan ihre Kinda an, die sich det ooch mit Jeld leisten könnten. Un die, die da hinsolln, damit se sich hia in Deutschland bessa vastendjen könn, komm ja doch nich alle freiwillich.

Wenn se mia fraren, aba mia fracht ja imma keena, denn würd ick die Kinda, die nich so jut deutsch könn, voa da Schule n Sprachkurs uffs Ooje drücken. Ooch für de deutschen Jören, die det ßu Hause nicht orntlich jeleant ham. Ruich ooch in Kindajaten und füa die ooch ohne det et wat kostet, oda nua wenich. Aba wenn det füa alle nüscht kosten soll, denn jute Nacht, Marie!

Hintahea heeßtet denn wieda, et wa allet viel teura, als se jedacht ham, und leida müssen se alle Erzieja entlassen. Oda de Schulen dicht machen, wo die Kleenen hintahea hin sollten. Oda glei die Unis, denn könn die Deutschen ja wieda als Rübenbauan jehn, sind ja intanatzional sowieso nich mea konkerrenzfehich.

Jehnfalls ärgat sich de Doris nu, det se ihre Jören nich späta jekricht hat. Aba wer weeß, ob die Politika det allet würklich so machen. Bis ßweetausendsiehm fließt ja noch reichlich Wassa de Spree runta, wa,

denkt sich Erna Pachulke.



(c) Petra A. Bauer, 09/2005
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Erna kiekt “Der Sonne entgegen”

Jut, det ick Se treffe! Jestan Ahmd wa ick so am rumseppen, wa. Dea Emfang mit det Scheiß-Digitalding wa üba-all so miserabel, det ick bein RBB hengjebliehm bin. Det is wohl nah jenucht dranne; jehnfalls det Bild wa dufte.

Haick also gesehn, wie son Tüüp ne jeschlarene halbe Stunde vasucht hat, Leute inn Ualaub zu schicken. Für umsons. Bloß mussten se innnerhalb von de neechste halbe Stunde jepackt ham und ab in Flieja, und ooch noch alleene. Nee, det wollten de Leute in Boitzenburch denn doch nich.

Dea eene wollte lieba viea Wochen nach Hannova zu seine Töchta (die wern oooch drei Kreuze machen, wenn Pappa nach die viea Wochen wieda inne Uckamaak vaschwindet), de andere wollt ian Enkel nich alleene lassen, obwohl de Tochta jesacht hat, se soll faan.

Denn waan da ßwee so Hühna, de saan fast glei aus, det waan aba keene ßwillinge, bloß Freundinnen, und die wean ßusamm sofort gefaan, aba alleene hattense Angst. Ach Jottchen.

Und son Rentna, dea is Schulbus jefaan und sacht, wenna ne Woche ausfällt, det jeht dô nich, aber sein Chef hat jesacht, faa du ma. Da sin ihm de Arjumente ausjejang, aba jefaan issa trotzdem nich. Dafüa hat sich denn son Scherzkeks mit tüpisch deutscha Dödel-Ualaubsmütze uffn Fluchafen n Kullakeks jefreut. Weil die Boitzenburjer lieba alle zu Hause bei Mutti jebliehm sind, durfte dea denn ne Woche nach Kroatien fliejen. Wa dat nich schön? Nojo.

Also, mental waan die ja echt alle druff wie meene Mutta. Wenn die weeß, det se vareisen soll, isse zürka drei Monate voahea schon den Herztod nahe. Die Woche voahea isse nich mea ansprechba. Wenn se denn endlich weck is, isse wieda de Alte, aber det voahea is echt nich normal, wa. Wenn da eena käme und sacht, so, Muddi, halbe Stunde, Koffer jepackt und ab inn Flieja, die würde jlatt hüsterisch wern würde die.

Ick hab denn weitajekiekt, weil ick wa ßu müde den Finga nochma uffe Feanbedienung ßu lejen. Da tauchen plötzlich son paa alte Zausels uffe Mattscheibe uff. Du liebe Jüte, ne Rentna-Weh-Jeh! Sone Doku-ßoop. Und denn heeßt die ausjerechnet noch: Da fängt det Lehm an!

Also wie ick mir det Friedhofsjemüse da anjekiekt hab, dachtick, nee, Freunde, da hört allet uff! Da ham sich die sechs Zausels doch tatsächlich umme Tüschdekoraßion jestritten.

Dea eene Olle war besondas schlümm. Wie son Kleenkind hatta jejammat, wer ßu seine rote Tüschdecke denn jetze rote Sawietten hinjeleecht hätte. Da müssten weiße hin, “damit det absticht”. “Ton in Ton!”, keift ihn eene andere Rentnersche an; vamutlich die, die de roten Sawietten hinjeleecht hat.

Nee, det wea aba nich nett, wo ea so schön rot-weiß den Tüsch jedeckt hat, det ihn da eeana nu rote Sawietten hinleecht. Bick Brassa wa da ja n Scheißdreck jejen. Ick wa druff un dran ürgendwatt in Feanseha ßu schmeißen, aba denn haick lieba doch ausjeschaltet un bin int Bette jejeangn.

Wenn det so weitajeht mit det Feansehprojramm, denn jute Nacht, Marie!


LINKS:
~ Der Sonne entgegen
~ Da fängt das Leben an!



(c) Petra A. Bauer, 09/2005
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Erna denkt über Sankt Florian uffe Müllkippe nach

Jut, det ick Se treffe! Nu wa ick ja am Wochenende bei meene Freundin Marjot, die wo die Frau von Jünther is, der ma mit meen Karl zusammen jeabeitet hat. Kenn Se den? Nee? Na is ooch nich wichtich. Jehnfalls sach ick, Marjot, bei dia inne Straße riechtet komisch. Oda kommt det aus deine Küche? Wa se ersma beleidicht. Aba denn hat se ooch ihre Neese ausn Fensta jehaltn un hattet ooch jerochen. Konnten wa uns aba beede nich erklean.

Späta haick denn inn Radio jehört, det da ne Müllkippe brennt. In Bernau! Det is doch im Osten! Aba man hattet bis nach Kreuzberch rin jerochen. Marjot hattet sowieso mitte Lunge, da hatse janz schön jejapst den Tach.

Nu denk ick, naja, würd ja bald voabei sein. Aba wat is? Die kriejen un kriejen det nich jelöscht!
Heute hamwa Mittwoch, jetze würd det Feua langsam kleena. Aba statt dessen blasen Kakalaken zum Sturm uff Berlin! Die Leutchen in Bernau wahn ja schon jenervt von die Viechas. Üba-all Schaben! Hoffentlich sind die nich vawandt mit det Viech aus „Män in Bläck“. Wa ja jruselich!

Jehnfalls sin die Biesta in die Schutzanzüje von de Feuaweamänners nach Berlin einjewandat, ohne Jenehmijung! Wenn sich det Kroppzeuch hia vamean tut, na denn jute Nacht, Marie! Denn müssen wa wohl alle unsre Häusa anzünn, damit die wieda zurück inn Osten jehn, wa?
Man würd ja wohl nochn Scherz machen dürfen!

Ick jeh jetze jehnfalls ma los, Insektenspree jejen de Kakalaken koofen.Vlei reicht det Zeuch ja ooch schon. Oda ick lass meen Karl Witze erzeeln, denn lachen die sich vlei tot, wa?
Ja, Berlin is ooch nich mea, wattet ma wa,

sacht Erna Pachulke.


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Erna über den Robbie-Williams-Hype

Jut, det ick Se treffe! Saren Se mal, ham Se ooch jehört, det diesa komische Tüüp jetze inne Stadt kommt, diesa haarije, tetowiate Kerl, der ma in diesa albanen Boygroup wa - wie heeßta glei? Ach, jetzte habicks! Robbie Williäms! Bloß een Konzert in Europa machta wohl, und det ausjerechet hia in Berlin!

Ick weeß ja noch, wie ick jelacht hab, damals inne Neunzijer, wo der Williäms von die Boygroup wegjejangen is. Ne Telefonhotline füa jebrochene Tienieherzen ham se damals einjerichtet! Ma ehrlich, so unter uns: Ham die nich alle een anner Bümmel?

Nu weeß ick aba nich, wat ick nu schlümmer finn soll: Die Tienies damals, oder meene Nachbarin, die Müllern. Ick meen, die jeht ja ooch stark uff Mitte fürzich zu, wa. Für meen Jeschmack macht die sowieso imma zu sea uff jurendlich mit ihre langen Loden und Schickimicki. Un nu jeht die ooch in det Konzert von den Williäms! Man gloobtet nich! Andre in ian Alta jehn inn Hekelkurs, aba die feine Frau Mülla jeht hopsen bei Herrn Williäms!

Bütte, wenn et ia jefällt, sie muss ja wissen, wat se tut. Ick hab jedenfalls jestaunt, als se sagte, sonne Kaate kost knapp hundat Euro. Völlej am Boden zerstöät wa se, als se keene Kaate mehr jekricht hat neulich. Ne erwaksene Frau, det muss man sich ma rinziehn!

Aba wat meen Se, wie ick erst jejlotzt hab, als die jestern kam und sachte, sie hätte noch ne Kaate bei Ieh-Bäi ersteijat. Se konntet ja ooch nich lassen und hat ma jesacht, det se dafüa fast zweehundatfuffzich Euro jezahlt hat! Zweehundatfuffzich! Lassen Se sich det ma uff da Zunge zajehn, det sind fümfhundat Deh-Maak! Wissen Se, wie lange ick dafüa hia den Treppenflua wienern muss?

Aba die Müllern hats ja. Wie die den Alten umme Ecke jekricht hat, weeß ick nich, aber die muss jut wat jeerbt ham. Und det würft se jetzt diesen Kerl vor de Füße, uff dem de eene Stunde lang lesen kannst und imma noch nich fertich bist. Dabei hat dea doch nu wohl jenucht Jeld. Zich Millonen hatta jekricht, det kann dea doch janich allet ausjehm in een Lehm. Solla mia davon ma wat abjehm. Wea weeß, vlei koof ick mia denn ja ooch noch ne Kaate bei Ieh-Bäi.

Denn unta uns Betschwestan: Ürjendwie is der Tüp ja doch sexy. So mit die janzen Muskeln. Da kommt meen Karl nich mit, mit seine Bierwampe. Aba wehe, wenn Se meen Karl det saren, denn sin wa keene Freunde mea, sin wa nich!



© Petra A. Bauer, 09/2005
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Erna daaf hia quatschen

Uff besondaren Wunsch daaf ick jetze hiea meen Sempf zu allet jehm, wat mir so in meen teklichet Lehm bejejnet, wa. Ick hab ja 2003 schonma wat saren düafen, aba denn haick wieda uffjehöat. Wusste ja janich, det ick soja Fäns hab! Wia sehn uns, wa? Bis die Tare!

sacht Erna Pachulke ausm Wedding.



© Petra A. Bauer, 09/2005
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  • Mittwoch, 22. März 2017 | KUNST
    Über Stilfragen und den (Un)Sinn von Perfektion
    Gestern hat Johanna Fritz auf Instagram gefragt, ob wir schon einen eigenen Zeichenstil haben. Diese Frage hatte ich mir auch schon gestellt:
  • Montag, 20. März 2017 | KUNST | MOLESKINE
    Warum ich kein Huhn sein möchte und Wissenswertes über Midoris.
    Ich wollt' ich wär' ein Huhn, ich hätt' nicht viel zu tun, ich legte jeden Tag ein Ei und nachmittags wär ich frei ... Die Vorstellung, den ganzen Tag nichts anderes tun zu KÖNNEN, macht mich schon beim Zuhören wuschig.
  • Sonntag, 19. März 2017 | KUNST
    Sonntags-Kreativ-Wumms
    Ich wollte schon lange wieder mehr zeichnen. Und weil ich so aus der Übung bin, habe ich die Muße heute genutzt und losgelegt. Z.B. habe ich einfach Zeug gezeichnet, das bei uns rumsteht.
  • Montag, 16. Mai 2016 | AUFREGER | LEBEN | CARTOONS
    Der Tod auf Latschen
    ... war es nicht, den ich neulich traf, sondern der auf Rädern. Ich gebe zu, es war eine 30-Zone, aber das Auto vor mir fuhr nur knapp 20 km/h. Mitten auf beiden Fahrbahnen. An einer Einmündung überholte ich und bekam einen Schreck: Ein uraltes Männlein mit eingefallenem Gesicht (null Unterhautfettgewebe mehr), saß zittrig am Steuer. Neben ihm irgendjemand, der deutlich fahrtüchtiger aussah. Das inspirierte mich zu diesem Cartoon:
  • Sonntag, 15. Mai 2016 | IN EIGENER SACHE | PABBLES
    Danke für 700 Follower auf Instagram!
    Ich bin ja seit 2007 eifrig überall in Social Media unterwegs - fast überall mit dem Usernamen writingwoman. So auch auf Instagram (weiß nicht, wie lange ich den Account schon habe), wo ich Fotos aus allen Lebens- und Arbeitsbereichen poste. Ich habe den Instagram-Account bisher nicht besonders promotet, und trotzdem haben sich inzwischen 700 Follower dort versammelt. Pabbles und ich sagen DANKE :-)