Erna kiekt Marathon

Jut, det ick Se treffe! Jestan wa ja wieda Berlin-Marathon, ham Se ooch ßujekiekt?.

Ick hab mia bei det schöne Wettachen echt ma den Spaß jemacht und hab mir det Iwent, wie et ja neudeutsch heeßt, ma rinjezojen. Meen Karl, der wolle nich mit, obwohl den det ooch ma jut täte, also det Loofen, nich det Kieken. Denn könnta ma seine Biawanne abtreenian, könnta da.

Muss ja ooch nich glei Marathon sein, denn kippta mia doot um, aba so eenma ne Runde durchn Schillapaak wär ja man nicht übel. Die machta jetze ßwa ooch, aba ea latscht, dette ihn de Schuhe dabei besohln kannz, und denn setzta sich zun Abschluss imma inne Kneipe. Ick schweife ab.

Jehnfallz haick ma inne U-Bahn jesetzt - mittn Auto konntzte ja nich hinfaan - und bin anne Friedrichstraße wieda rausjekrabbelt. Musste denn nochn Stücke loofen, aba ick dachte mia, det wer ick schon schaffn, wo die andan alle üba 42 Kilometa loofen.

Und wie die jeloofen sin! Manche sin mea so jekraucht, andre jehumpelt. Und denn saren imma alle, det Sport so jesund is. Da sahen einije jaa nich mea jesund aus, wie se so mit stieren Blick, halb in Delirjum an mir vorbeijekeucht sin.

Aba ick will ealich sein: Et waren ja nich alle so fertich. Ick wa ja ers da, als die Läufa kam, die schon üba via Stundn untawechs waan. Waan aba ooch welche bei, die so richtich Spaß hatten. Un die Zuschaua ooch, die ham die anjefeuat, Wahnsinn. Ick hatte ja den Eindruck, die ham det jemacht, weil se sons ßuhause imma stille sein müssen. Naja, ick hab ooch ma jerufen: “Weita, Alta, du schaffst dit!” Wa schon nich übel. Dollet Jefühl.

Neechstet Ma nehm ick meen Karl mit un de Nachbaan ausn Haus, denn machen wa Katzenmusik, damit die Maratonnis janz schnell weitaloofen müssen um det Jejaule nich ßu höan. Det hilft ßumindest die, die nicht mitn Eipott ihre Oan ßustöppsln.

Ja, dit machen wa un SIE machen ooch mit, klaro?!



(c) Petra A. Bauer, 09/2005
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