Erna kiekt “Der Sonne entgegen”
Jut, det ick Se treffe! Jestan Ahmd wa ick so am rumseppen, wa. Dea Emfang mit det Scheiß-Digitalding wa üba-all so miserabel, det ick bein RBB hengjebliehm bin. Det is wohl nah jenucht dranne; jehnfalls det Bild wa dufte.
Haick also gesehn, wie son Tüüp ne jeschlarene halbe Stunde vasucht hat, Leute inn Ualaub zu schicken. Für umsons. Bloß mussten se innnerhalb von de neechste halbe Stunde jepackt ham und ab in Flieja, und ooch noch alleene. Nee, det wollten de Leute in Boitzenburch denn doch nich.
Dea eene wollte lieba viea Wochen nach Hannova zu seine Töchta (die wern oooch drei Kreuze machen, wenn Pappa nach die viea Wochen wieda inne Uckamaak vaschwindet), de andere wollt ian Enkel nich alleene lassen, obwohl de Tochta jesacht hat, se soll faan.
Denn waan da ßwee so Hühna, de saan fast glei aus, det waan aba keene ßwillinge, bloß Freundinnen, und die wean ßusamm sofort gefaan, aba alleene hattense Angst. Ach Jottchen.
Und son Rentna, dea is Schulbus jefaan und sacht, wenna ne Woche ausfällt, det jeht dô nich, aber sein Chef hat jesacht, faa du ma. Da sin ihm de Arjumente ausjejang, aba jefaan issa trotzdem nich. Dafüa hat sich denn son Scherzkeks mit tüpisch deutscha Dödel-Ualaubsmütze uffn Fluchafen n Kullakeks jefreut. Weil die Boitzenburjer lieba alle zu Hause bei Mutti jebliehm sind, durfte dea denn ne Woche nach Kroatien fliejen. Wa dat nich schön? Nojo.
Also, mental waan die ja echt alle druff wie meene Mutta. Wenn die weeß, det se vareisen soll, isse zürka drei Monate voahea schon den Herztod nahe. Die Woche voahea isse nich mea ansprechba. Wenn se denn endlich weck is, isse wieda de Alte, aber det voahea is echt nich normal, wa. Wenn da eena käme und sacht, so, Muddi, halbe Stunde, Koffer jepackt und ab inn Flieja, die würde jlatt hüsterisch wern würde die.
Ick hab denn weitajekiekt, weil ick wa ßu müde den Finga nochma uffe Feanbedienung ßu lejen. Da tauchen plötzlich son paa alte Zausels uffe Mattscheibe uff. Du liebe Jüte, ne Rentna-Weh-Jeh! Sone Doku-ßoop. Und denn heeßt die ausjerechnet noch: Da fängt det Lehm an!
Also wie ick mir det Friedhofsjemüse da anjekiekt hab, dachtick, nee, Freunde, da hört allet uff! Da ham sich die sechs Zausels doch tatsächlich umme Tüschdekoraßion jestritten.
Dea eene Olle war besondas schlümm. Wie son Kleenkind hatta jejammat, wer ßu seine rote Tüschdecke denn jetze rote Sawietten hinjeleecht hätte. Da müssten weiße hin, “damit det absticht”. “Ton in Ton!”, keift ihn eene andere Rentnersche an; vamutlich die, die de roten Sawietten hinjeleecht hat.
Nee, det wea aba nich nett, wo ea so schön rot-weiß den Tüsch jedeckt hat, det ihn da eeana nu rote Sawietten hinleecht. Bick Brassa wa da ja n Scheißdreck jejen. Ick wa druff un dran ürgendwatt in Feanseha ßu schmeißen, aba denn haick lieba doch ausjeschaltet un bin int Bette jejeangn.
Wenn det so weitajeht mit det Feansehprojramm, denn jute Nacht, Marie!
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~ Der Sonne entgegen
~ Da fängt das Leben an!
(c) Petra A. Bauer, 09/2005
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