Erna kiekt freiwillich Fußball

Montag, 30. Oktober 2006

Jut, det ick Se treffe! In Somma, da waret ja ßu heiß zun Quatschen, wa, sons hätick Se ja aßehlt, wie ick det so fand mit de Weh-Emm und mit unsere Weltmeesta von die Herzen.

Ick wer ja bis heute nich vastehn, wie man Jeld dafüa kriejen kann, een Ball hintaheaßuloofen. Und freiwillich haick mia det ja ooch nie anjekiekt. Wenn meen Karl in Feinripp mit Biapulle Sportschau jekiekt hat, hatte ick jarantiert Wichtjeret zu tun.

Bis ßu den Tach, wo ick mia von die Müllern, wat meene Nachbarin is, hab breitschlaren lassen mit uff de Fennmeile ßu jehen. Mea als fünf Leute uff een Haufen aßeujen bei mia ßwa Platzangst, aber ick dachte, so schlümm wirtet schon nich sein, wa.

Pustekuchen!

Schon am Einjang hattick diverse wildfremde Menschen an meen Busen kleben, aba ßurück konntick bei die Drängelei ja ooch nich mea.

Und wie ick da so stand, mittenmang de schwaazrotjoldne Masse, da wurd mia plötzlej janz waam ums Herz. Da hat mia neemlich jemand Kaffee in Ausschnitt jekippt.

Gelb und blau anjemalt war dea Kerl und hat imma jesacht: Ursäkt! Ursäkt!

Offenbar sollte det sowat wie Schulljung heißen, und weil ea so ßaknürscht ausjesehn hat, konntick ihn janich böse sein. Hätt ja ooch glatt meen Sohn sein könn.

Jenau wie unsre Jungs, wa. Und die andan uffn Platz. Die Müllan hat ooch imma janz feuchte Oojen jekricht, wenn sich da wieda eena wie bein wet-T-Shört-Contest mitte Wassaflasche abjespritzt hat. Und als der Ballack ma sein Trikoo ausjezoren hat, ja, seitdem binnick ooch Fußballfenn.

Und destawejen musstick mia ooch unbedingt den Fülm in Kino ankieken. Deutschland – Een Sommameerchen. Weil die Müllan den schon jesehen hat und meente, die wäan da alle imma halbnackicht inne Umkleidekabine.

Karl is mitjejang, aba immer nur uffjewacht, wenn die Tore ßu sehn waan. Danach hatta wieda die Hände üba seine Wanne jefaltet und is weckjedöst. In dea ßeit konntick mia in alla Ruhe die Muckis und die nackichten Hintern von unsre Jungs ankieken. Muss meen Karl ja ooch nich wissen, det ick deswejen int Kino bin. Dea hat sich ja sowieso schon jewundat, aba ick hab jesacht, det ick mea uff meene Kultua achten will, damitick mitreden kann, wa. Hat der ooch glatt jegloobt.

Aba janz schön traurich wara, dea Fülm. Sons jibs int Kino ja imma n Heppi Ennt, aba hier konnten se ja nich eiinfach de Italiena von Platz fejen und selba Weltmeesta wern. Obwohl alle inn Kino det ürjendwie jehofft ham.

Aba neechstet Mal, da jehtet rund, und wenn ick selba den Ball int Toa traren muss, so wahr ick Erna Pachulke heiße!



(c) Petra A. Bauer, 10/2006
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# Petra A. Bauer am 30. Oktober 2006 um 13:38 Uhr
Erna Pachulke


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